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Projekte: Aufwachsen ohne Gewalt

Projekte gesamt: 4
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Randale im Land

Viele Kinder und Jugendliche erleben zu Hause oder in ihrem sozialem Umfeld regelmäßig Gewalt, z. B. durch heftig streitende Erwachsene, durch verbale Erniedrigung oder Abwertung, durch Schläge der Eltern, durch Mobbing in der Schule, Übergriffe oder Erpressungen durch ältere Kinder/Jugendliche etc. Oft ist diesen Kindern nicht einmal bewusst, dass dies „nicht normal“ ist, dass Gewalt gegenüber Kindern verboten ist und sie ein Recht auf gewaltfreie Entwicklung haben….


Ziele:
Das Ziel der Spielaktion war eine spielerische Auseinandersetzung und Thematisierung von Gewaltbereitschaft. Mit den Teilnehmerinnen sollte ins Gespräch gekommen werden über Gewalt, verschiedene Formen von Gewalt und deren Entstehung, aber auch Möglichkeiten des Handelns in Situationen von Gewalt. Den Teilnehmerinnen sollte Mut gemacht werden, sich für ein Leben ohne Gewalt einzusetzen.
Es ging darum, den Mädchen zu vermitteln, dass jedes Kind ein Recht hat auf ein Leben ohne Gewalt und dass sie sich Hilfe und Unterstützung holen können. Durch die Zusammenarbeit zwischen Landesjugendpfarramt und Mädchentreff LUCY entstand das Planspiel „Randale im Land“ zur Gewaltprävention.


Maßnahme:
In einem Vorbereitungsworkshop erarbeiteten die Teilnehmerinnen die verschiedenen Formen von Gewalt und erarbeiteten in Kleingruppen jeweils einen beispielhaften Sketch. Bereits an dieser Stelle flossen eigene Erlebnisse der Mädchen ein und wurden auch individuell besprochen.
Am Aktionstag selber kamen die Teilnehmerinnen in „Randalusien“ an. Das Planspiel „Randale im Land“ bestand aus den Spielstationen Bürgerbüro, Werbe-Studio, Parteibüro „Die wilden Hühner“, Spielhalle, Polizei etc. Im Planspiel hatten die Mädchen verschiedene Identitäten und konnten sogar aufsteigen, wenn sie Gewalt ausübten.
In der anschließenden Auswertungsrunde konnten die Teilnehmerinnen von ihren Erlebnissen im Spiel berichten und durch verschiedene Inputs der Leiterinnen entstand eine rege Diskussion zu den angestoßenen Themen. Im weiteren Tagesverlauf wählten die Mädchen zwischen zwei Arbeitsgruppen. So entstand ein großes, kunterbuntes Transparent zum Kinderrecht auf Gewaltfreiheit, andere Mädchen erarbeiteten kleine Szenen zum Thema, die sie zum Abschluss der Gruppe vortrugen.


Ergebnisse:
Für die am Projekt beteiligten Mädchen war diese Aktion besonders, da ungewöhnlich. In einem anderen Land zu leben, mit Sie angesprochen zu werden, unterschiedliche Rechte und Pflichten je nach Identität zu haben, legal Gewalt ausüben zu können und dafür auch noch „aufsteigen“ zu können, war für die Teilnehmerinnen nicht vorhersehbar, neu und irritierend. Aber besonders weil für sie das Anliegen der Aktion nicht durchschaubar war, handelten sie spontan und ohne Phrasen. Dadurch war auch nach dem Spiel eine intensive thematische Auseinandersetzung mit den Teilnehmerinnen fast ohne die üblichen Vorurteile und Klischees möglich und lässt das Thema durch das Spiel auch bei den Mädchen im Offenen Treff weiter klingen.

Träger:
Ev. Luth. Landesjugendpfarramt Sachsen

Website:
http://www.evjusa.de